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Ich habe doch etwas gelernt!
Seit einem Jahr besteht diese Blogsammlung. Vor ein paar
Jahren, als ich einen Computer nicht einmal einschalten konnte, ging ich in
einen Buchladen, in dem man auch das Internet benutzen konnte, weil ich eine
Information brauchte. Es war gerade Mittagspause und außer an der Kasse war
kein Angestellter da. Ich bat also einen Sicherheitsbeamten, mir behilflich
zu sein. Es war eine dickliche Person und seine Fähigkeiten waren
wahrscheinlich für diese Art von Arbeit gerade genügend. Am Ende bedankte ich
mich für seine Hilfe und er antwortete mir: „Gern geschehen. Ich habe doch
etwas gelernt!“ Er machte dabei ein Gesicht, mit dem er mir zu verstehen
geben wollte, dass ich ein bisschen zurückgeblieben sei. Er hatte Recht.
Wenn er Sprachen lernen sollte, liest er vielleicht
gerade mein Lehrbuch für Anfänger.
Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Die Ursache?
Zahnschmerzen. Immer wieder hatte ich mich im Bett gedreht. Und am Morgen,
als ich aufstand hatte ich schwarze Ringe unter den Augen, schwitzte, war
völlig unausgeschlafen und in meinem Mund gab es eine riesige Entzündung. Zum
Glück war es nicht Sonntag, oder noch schlimmer Samstag, weil das bedeutet
hätte, dass ich noch 2 Tage ohne Schmerztabletten nicht hätte schlafen können.
Grässliche Erinnerungen schossen mir durch den Kopf. Ich hatte das Gefühl,
dass die Leute, die ich antraf genau sahen, dass heute mit mir nicht gut
Kirschen essen ist. Aber zuerst musste ich noch etwas erledigen. Halb elf!
Endlich beim Zahnarzt und die Hoffnung, dass er sofort etwas machen könnte.
Was für ein Glück! Eine Röntgenaufnahme (In einer modernen Praxis ist das
heute ganz natürlich.) und dann saß ich auch schon im Quälerstuhl unter den
Händen des Arztes. „Kein Problem“, sagte er. Das Zahnfleisch war wegen ein
bisschen Zahnstein, der es drückte, entzündet. „So, das hätten wir“, meinte
er. 2 Tage später war die Entzündung verschwunden. „In meinem nächsten Leben
werde ich Arzt“, dachte ich bei mir. Es lebe das Leben ohne Schmerzen!
Mädchen aus dem Süden! Du bist so schön zwischen 17 und
19, dein Sommer, deine Blüte geht so schnell vorbei. Als ob du dein ganzes
Leben in 2 Jahren vereinigen wolltest, all deine Freude, all deine Sehnsucht
und all deine Erfüllung eines ganzen Lebens, in 2 Sommern. Alle Männer drehen
sich nach dir um, alle begehren dich. 2 Sommer, eine Ewigkeit! Wie gern wurde
manche Frau einmal mit dir tauschen! 2 Sommer lang bist du frei und keck, dir
gehört die Welt. 2 Sommer, eine Ewigkeit.
Jetzt lag sie da, wie ein Stück willenloses Fleisch, kein
Gesichtsmuskel regte sich. Ihr Mund war halb offen. Sie sagte nichts, machte nichts, reagierte auf nichts. Sie lag nur da, im Schatten des Baumes, wie
tot. Sie atmete langsam/ so sah ich sie nur einmal. Als wir nach Hause
gingen, musste ich sie fast tragen. Im Taxi legte sie ihren Kopf zwischen
meine Schulter und meinen Kopf. Sie hätte alles mit sich machen lassen. Als
wollte sie noch immer nicht aus diesem Traum aufwachen. Zu Hause legte ich
sie auf das Bett, noch immer willenlos. Langsam schliefen wir ein.
Was war passiert? Wir waren spazieren gegangen, dort war
eine Bank, wir waren allein. Wir spielten „Versteck dich!“ Natürlich wollte
sie immer, dass ich sie auch finde. Ich hatte sie gepackt, meine Finger
tasteten ihren Körper unter ihrer Kleidung ab. „Nicht hier! Wenn jemand
kommt.“ Sie wehrte sich, aber nicht wirklich, sie wollte es selbst, dann gab
sie sich hin.
Noch tagelang hielt dieses Gefühl bei ihr an. Aber es kam
nie wieder zurück.
Sollte dieser Moment sie ein ganzes Leben lang an mich
binden? Oder mich an sie? Davon sollten sie und ich eine ganze Ewigkeit
leben? Das Leben war nur eine Eintagsfliege!
Die Kleinlichkeit und ihre einfachen Freuden.
Alle liegen auf ihren gemachten Pritschen. Manche
schreiben Briefe, andere stopfen Socken oder schauen mit leeren Augen an die
leere, weiße Decke. Plötzlich springt die Tür auf, alle springen wie ein Mann
auf, wahrscheinlich der Unteroffizier, der immer 5 Minuten vor dem Bettlaken
Wechsel kontrolliert, ob die Betten auch richtig gemacht sind. Aber nein,
heute nicht, die Bettwäsche wird sofort gewechselt, alle stürmen zur Tür, um
aus dem Stoß das beste Stück zu ergattern. Manchmal gibt es ein Stück, das zu
kurz ist und deshalb dann schräg aufgelegt werden muss, will man beim Liegen
nicht mit Kopf oder Füßen die raue Matratze fühlen. Ich hatte gesagt: „Alle
springen auf!“ Nur ich nicht, weil es mir immer ein Vergnügen ist, diese
Gedränge um den Bettlakenwagen von außen zu betrachten, wie sie sich fast
schlagen, in dieser Welt der Kleinlichkeit mit ihren einfachen Freuden.
Drei Dinge braucht der kranke Mann:
- einen heißen
Tee
- warme Socken
für die Füße
- und ein
sorgendes Frauenherz
Gesichtsmassage und Zitrone!
Jeden Tag gehen viele zur Gesichtsmassage. Die entspannt
die verkrampften Gesichtsmuskeln, wenn man den ganzen Tag gekünstelt lächeln
muss. Bei diesem Lächel-Manöver werden die Gesichtsmuskeln nämlich stark nach
hinten gezogen.
Ich habe nun einen viel billigeren Vorschlag. Beim
Zitrone Essen werden jene genau in die entgegengesetzte Richtung verzerrt.
Das Leben ist wie eine Mahlzeit!
- Am Anfang
besteht es aus Muttermilch,
- Vielerlei
Brei
Mit 20 dann alles
- Zuerst ein
Schnaps, damit der Magen brennt und man hungrig wird
- Eine leichte
Suppe als Vorspeise
- Verschiedene
Pasteten und andere fettige Dinge
- Fleisch mit
allen möglichen Beilagen
- Zu jedem
Gang ein anderer Wein
- Käse
schließt den Magen
- Ein süßer
Nachtisch
- Ein Kaffee
und noch ein Verdauungsschnaps und eine gute Zigarre
Mit der Zeit bleibt der Alkohol weg, weil die Leber es
nicht mehr schafft, dann die Zigarre wegen der Lunge, das fette Essen wegen
dem Herzen und der Garderobe, das süße wegen dem Blutdruck, das Obst, weil es
zu sauer ist, das Gemüse, weil es für den Magen zu schwer ist.
Die Mehlspeisen werden immer leichter und dünner, weil
die Flüssigkeit viel wichtiger ist.
Und wenn auch das Wasser nicht mehr geht, dann hast du
gelebt.
Ich sprach mit einem Rechtsgerichteten über
Vergewaltigung der Frauen und er gab mir zu verstehen, dass Frauen durchaus
daran schuld seien, wenn ihnen Gewalt angetan wird, weil sie sich sehr oft zu
provokativ kleiden. Da sah ich ihm ein bisschen tiefer in die Augen und sagte
ihm fast flüsternd aber in einem bedrohlichen Ton, sein Gesicht habe das
Aussehen eines Boxsackes. Erschrocken wich er einen Meter zurück, fragte
mich, ob das mein ernst sei und als er sah, dass es kein Spaß mehr war,
machte er sich schnell aus dem Staub.
Im Sommer, eine kurze Sporthose, Turnschuhe, ein T-Shirt
ohne Ärmel, so dass meine Armmuskeln mit meiner Tätowierung: Rolling
Stones-Zunge sichtbar sind, langes Haar und unrasiert. In der U-Bahn
vormittags um 11 Uhr, alle Sitzplätze sind besetzt, aber nur 2 - 3 Leute
stehen. Die U-Bahn fährt ab, ich halte mich fest. Vor mir sitzt ein Mann um
die 70 und liest. Ein genauer Blick aus der Ferne in das Buch lässt erkennen,
dass es sich um einen lateinischen Text handelt. Ich frage freundlich, was er
denn gerade studiere. Er sieht von seinem Buch auf und sieht mir ins Gesicht.
Sein Mund sagt: Die Bibel, aber seine Augen sagen: Du Kraftprotz! Ich dachte
bei mir: In welcher Sprache, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch,
Russisch, Ungarisch oder Lateinisch soll ich dir klarmachen: Warum liest du
nicht etwas im Original, zum Beispiel Cicero? Warum liest du eine schlechte
Übersetzung, über deren Qualität sich schon Luther beklagte, als er die Bibel
ins Deutsche übersetzte?
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Else
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Freitag, 21. November 2014
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